„Die Kunst, zu verändern…“: Motivation

 

Drei … zwei … eins … vier 

In unserem nunmehr vierten und vorerst letzten Beitrag zum Thema „Die Kunst, zu verändern…“ befassen wir uns heute gemeinsam mit euch mit dem vielschichtigen und grundlegenden Thema Motivation. 

Aber erst einmal das Wichtigste vorweg: Was hat Motivation an dieser Stelle mit Veränderung zu tun? Ihr kennt das sicher, dass die sogenannte „Veränderungsmüdigkeit“ zunimmt. Kein Wunder bei der sich seit Jahren im stetigen Wandel befindlichen Arbeitswelt. In diesem Zusammenhang macht es Sinn, sich etwas detaillierter mit dem Thema Motivation zu beschäftigen.

Was treibt uns an? Was führt uns zum Ziel? 

Zieht man die offizielle Definition heran, ist Motivation (gelegentlich auch Impetus genannt) die Gesamtheit aller Beweggründe, die zur Handlungsbereitschaft führen und das auf emotionaler und neuronaler Aktivität beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten.

Ihr könnt Motivation aus zwei Richtungen betrachten. Nämlich im Hinblick auf die Person oder auf die Situation, in der diese Person handelt.

Lasst uns die beiden wesentlichen Formen der Motivation im Folgenden einmal genauer betrachten:

  • Die intrinsische Motivation ist die innere, aus sich selbst entstehende Motivation einer jeden Person. Ihr kennt das sicherlich: bestimmte Tätigkeiten macht ihr einfach gern – weil sie Spaß machen, weil sie sinnvoll oder herausfordernd sind oder euch eben einfach interessieren.
  • Die extrinsische Motivation ist durch äußere Faktoren und Reize bestimmt. Sie erfolgt weniger aus eigenem Antrieb, sondern wird vielmehr von außen gesteuert und angeregt. 

Interessant in dem Zusammenhang ist auch die sogenannte Demotivation. Die bewirkt, dass eure Motivation, etwas zu tun, nachlässt. Und dass ihr in bestimmten Situationen demotiviert oder eben auch unmotiviert seid, ist menschlich und das kennt jeder von uns.

Apropos Kunst … Das Motiv liegt im Auge des Betrachters

Zum Thema Motivation gehören auch die jeweiligen Motive – also Auslöser – die individuell sind und euer Verhalten und eure Entscheidungen steuern.
 

Erst kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, der genau und sehr unterhaltsam beschreibt, wie extrinsische (also von außen kommende) Irritation zu intrinsischer Motivation führen kann (s.a. „Wie extrinsische Irritation zu intrinsischer Motivation führt“  von Anja Förster).. Ihr habt richtig gelesen! 

Es ging darum, dass auf einer Veranstaltung ein spannender und inspirierender Vortrag erwartet wurde. Stattdessen hagelte es massive (und wohl auch berechtigte) Kritik und Vorwürfe – eine schockierende verbale Ohrfeige wurde verteilt. Aber anstatt sich vor den Kopf gestoßen zu fühlen, sahen sich die Mitarbeiter herausgefordert und begannen zu tüfteln, rechnen, entwickeln etc. … sie waren damit also persönlich motiviert. Kurzum, die Bemühungen waren schlussendlich von großem Erfolg gekrönt. 

Die Kernbotschaft ist folglich, dass Motivation das Produkt aus individuellen Merkmalen der jeweiligen Person und Merkmalen einer Situation ist, in der sich die einzelne Person befindet.
Ihr merkt, ihr könnt nicht nicht motiviert sein! Nur die Richtung eurer Motivation variiert .

Für eure Projekte könnt ihr dieses Wissen nutzen, indem ihr nach einer Einschätzung der jeweiligen Motivationslage euren Projektmitgliedern  unterschiedliche Aufgaben zuteilt, Ziele genauer definiert und zur richtigen Zeit Anreize setzt. Ja, das klingt vermutlich leichter als es ist, aber manchmal hilft es schon, in bestimmten Situationen die Projektmitglieder bei der Stange zu halten. In einem Selbstversuch habe ich festgestellt, dass sich meine Motivation beispielsweise durch Nervennahrung in Form von Schokolade oder Gummibärchen erheblich steigern lässt.

Wir freuen uns über euer Feedback und eure Anregungen! Was habt ihr bereits anwenden können und welche Erfahrungen habt ihr gesammelt?

Viele Grüße


Tina

RegTech News! 16. RegTech-Beitrag "DLT und Smart Contracts" ist jetzt online

Liebe Leserinnen und Leser, 

RegTech ist im Dialog mit Finanzinstituten nicht mehr wegzudenken. Aber wofür steht der Begriff, was bedeutet er in der Praxis, welche Anwendungsfälle bestehen im Compliance-Umfeld, wie fügt sich RPA in den Themenkomplex ein?

All diese Fragen behandeln wir seit längerem in einer Reg-Tech Beitragsserie. Natürlich wollen wir Ihnen unseren Blog-Lesern diese Beiträge nicht vorenthalten!

Deshalb erhalten Sie ab sofort zu jedem neuen RegTech Beitrag News auf diesem Blog und heute geht es weiter mit dem 16. RegTech Beitrag:

DLT und Smart Contracts

Die Dynamik des digitalen und regulatorischen Wandels erhöht sich - Compliance befindet sich mitten in einem Transformationsprozess: Ende Juni 2021 trat das eWpG (Gesetz über elektronische Wertpapiere) in Deutschland in Kraft, Ende 2022 soll die EU Verordnung MiCA  (Markets in Crypto Assets) zur Anwendung kommen, im April 2021 hat die EU-Kommission einen ersten Vorschlag für einen Rechtsrahmen zum Thema künstliche Intelligenz („KI-Verordnung“)  vorgelegt und Ende Juni hat die BaFin die erste Erlaubnis  für die neue Finanzdienstleistung des Kryptoverwahrgeschäfts erteilt.

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Alle weiteren Informationen und Leistungen rund um das Thema RegTech erhalten Sie hier.

Viel Spaß beim Lesen
Ihre Aylin Wilbert


PS: Lesen Sie auch unsere anderen Beiträge zum Thema RegTech!

„Die Kunst, zu verändern…“: Mikropolitisches Handeln

Wir haben euch bereits in unseren letzten beiden Beiträgen einen modernen Ansatz von nachhaltigem Change vorgestellt. Getreu unserem Motto „Die Kunst zu verändern …“ zeichnen wir euch heute einen weiteren Pinselstrich im Veränderungs-Kunstwerk.
Machtspiele, Networking, strategisch-taktisches Vorgehen - das alles sind typische und unausweichliche Handlungen. Nicht nur im beruflichen Alltag, sondern durchaus auch im alltäglichen Leben. Diese Handlungen kennzeichnen insbesondere im Unternehmensumfeld Mikropolitik bzw. mikropolitisches Handeln.

Was aber ist dieses mikropolitische Handeln genau? Es definiert sich durch Methoden und Verhaltensweisen, mit denen - nicht nur innerhalb von Organisationen - persönliche Macht aufgebaut und eingesetzt wird. Im Unternehmensumfeld sollte diese Macht allerdings den Interessen der jeweiligen Organisation dienen und nicht in erster Linie dem Eigeninteresse. Durch mikropolitisches Verhalten gestaltet ihr informelle Spielregeln, soziale Strukturen und menschliche Verhältnisse.

Lasst uns ein Spiel spielen …

Das vorweg beschriebene Verhalten könnt ihr auch als „Strategiespiel“ verstehen. Dabei müsst ihr bedenken, dass in jeder Organisation unterschiedliche formelle oder informelle Spielregeln gelten. Das kann von Arbeitsanweisungen bis hin zu Verhaltensrichtlinien gehen. Denkbare Strategien sind neben der Einhaltung gesetzter Spielregeln auch das Aufstellen weiterer Spielregeln bzw. Gegenstrategien oder eben der bewusste Verstoß gegen Regeln. Apropos verstoßen: vor unfairem Spiel, Unvernunft, Winkelzügen Dritter, unangebrachtem Powerplay und Spielverderbern, die Projekte quasi sabotieren, ist niemand gefeit.

Bringen wir Bewegung ins Spiel

Übrigens: Besonders ausgeprägt ist mikropolitisches Handeln bei Veränderungsprojekten! Da geraten häufig bestehende (Macht-)Strukturen gehörig in Bewegung bzw. ins Wanken.
Es kommt eben immer auf das entsprechend gesteckte Ziel dieses Strategiespiels an. Und wie im Grunde bei allen Spielen sind, nebenbei bemerkt, auch immer persönliche Aspekte, wie etwa Emotionen involviert.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich: was hat dieser Punkt mit Veränderungen zu tun? Sehr viel sogar!

Ihr habt sicher schon einige Male versucht, Veränderungen (welcher Art auch immer) lediglich auf der rationalen Sachebene voranzutreiben. Was jedoch viel zu kurz greift, denn gerade bei Veränderungsprojekten überwiegt, neben Rationalität und Mikropolitik, sogar nachgewiesenermaßen eine emotionale Beteiligung.

 

Quelle: Claßen / von Kyaw – „Change Management Studie“, 2010.     
 

 

Ein bisschen „Jiri-Neutralität“ schadet nicht

Nach diesem kurzen Exkurs über die Dimensionen bei Veränderungen zurück zum mikropolitischen Handeln.
Für euch gilt es ein solches Handeln oder, um bei der Begrifflichkeit des Spiels zu bleiben, entsprechende Spielzüge zu erkennen, gegebenenfalls gegenzusteuern und positive Effekte im Rahmen des jeweiligen Projektes zu nutzen, um damit zum Gelingen beizutragen.

Aus unserer Sicht ist es bei Projekteinsätzen wichtig, dass ihr stets Neutralität wahrt und euch nicht vor „den Karren spannen“ lasst. Was aber nicht heißt, dass ihr nicht in gewisser Weise „die Zügel in der Hand“ behalten solltet, um im Sinne des jeweiligen Projektes agieren zu können. Denn gar nichts zu tun und „Scheuklappen“ zu tragen ist die schlechteste aller Optionen.

Freut euch schon auf unseren nächsten Beitrag, denn darin werden wir uns gemeinsam mit dem Thema Motivation befassen!

Viele Grüße

Tina

Die Big Five der Persönlichkeit – Hau bloß ab mit dieser Küchenpsychologie!

 

In unserem letzten Beitrag  haben wir euch die Punkte „Teamgeist“ und die richtige „Mischung“ im Kontext von Change nähergebracht. Heute legen wir das mal eine Stufe tiefer! Angenommen ihr kommt in ein neues Projekt und versucht, die Projektmitglieder einzuordnen, sie miteinander zu vergleichen und besonders ihre Persönlichkeit einzuschätzen. Beispielsweise gibt es da oft einen etwas sperrigen Mitarbeiter, bei dem ihr das Gefühl habt, er blockiert womöglich eure Arbeit. Im Normalfall versucht ihr, euch daran zu erinnern, wie ihr bisher mit solchen Mitarbeitern umgegangen seid. Dabei greift ihr aufgrund eurer Erfahrung wahrscheinlich auf euer eigenes System der Persönlichkeitsbewertung zurück. Oder ihr versucht euch an vergleichbare Menschen aus eurer Vergangenheit zu erinnern, um daraus Schlüsse für euren Umgang mit dieser Person zu ziehen. Das hat sich bewährt und je mehr Erfahrungen ihr gesammelt habt, umso leichter fällt es, Personen einzuschätzen und mit ihnen umzugehen.

Bereits in der Antike hat man das so gemacht …


Die Idee, solche Erfahrungen zu strukturieren und in allgemeingültige Konzepte zu fassen, beschäftigte die Wissenschaft schon zu Zeiten des antiken Griechenlands.
In der Psychologie gibt es viele unterschiedliche Arten, Persönlichkeit zu definieren. Dabei finden sich allerdings immer zwei Basiskonzepte wieder: 

  • Das Konzept der Einzigartigkeit 
  • Und das Konzept der charakteristischen Verhaltensmuster


Das bedeutet, dass jedes Individuum einzigartige Eigenschaften aufweist, die sich jedoch kontinuierlich in seinem Verhalten wiederfinden. Dies wiederum lässt Rückschlüsse auf einen allgemeinen Aufbau von Persönlichkeiten zu.
Dominierend in der Persönlichkeitspsychologie sind zwei unterschiedliche Ansätze. Auf der einen Seite die Klassifikation nach klar unterscheidbaren Typen und auf der anderen Seite die Skalierung unterschiedlicher Dimensionen, sogenannter Traits (Eigenschaften). Im Laufe der Zeit versuchten Psychologen die wesentlichen persönlichkeitserklärenden Traits in Form von Gegensatzpaaren (z.B. extravertiert vs. introvertiert) herauszufinden. Dabei hat sich für mich das Fünf-Faktoren-Model (Big Five) als valideste Methode bewiesen.

Alle Fünf unter Kontrolle haben

 
Die Fünf Faktoren und ihre jeweilige bipolare Definition sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:


Langfristige Erkenntnisse aus diesem Modell sind beispielsweise die Entdeckung, dass die Punktwerte der Bereiche Neurotizismus, Extraversion und Offenheit zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr deutlich abnehmen. Das heißt, ihr werdet zunehmend weniger labil, sozialisierbar und neugierig! Hinzu kommt, dass die Werte Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit in derselben Periode ansteigen. Das bedeutet, ihr werdet zunehmend teamorientierter und ehrgeiziger.
Wie groß ist jetzt der Nutzen für euch? Kurz: Groß! Okay, etwas ausführlicher geht es auch: Dieses Modell bietet euch die Möglichkeit, dass Betroffene die Umsetzung – welche in zum Beispiel Compliance- oder Automatisierungsprojekten eher als Last empfunden wird – deutlich als Vorteil wahrnehmen. Durch die Kenntnis der Big Five seid ihr in der Lage, einen persönlichkeitsspezifischen Umgang mit allen Beteiligten zu entwickeln. Das erleichtert euch nicht nur die Vorhersage von Verhalten der Personen, sondern versetzt euch auch in die Lage, die empathische Einschätzung der Mitglieder im Projekt wesentlich leichter vorzunehmen.
Eure nächsten Schritte sind, daraus einige intuitive Maßnahmen abzuleiten, z.B. die individuelle Ansprache sowie auch die Verteilung von Aufgaben. Im weiteren Verlauf sprecht ihr die Teammitglieder unter Zuhilfenahme von Tools wie z.B. Nudging oder sozialpsychologischer Judostrategien zielorientiert an.
Das hilft euch nicht nur in der alltäglichen Arbeit im Umgang mit Mitarbeitern, sondern auch bei der Zusammenstellung von Teams. Denn nicht nur der Skill ist entscheidend für den Projekterfolg, sondern auch – und in gleichem Maße – die Persönlichkeit jedes der Teammitglieder.

Im nächsten Beitrag werden wir euch mikropolitisches Handeln erläutern – klingt komisch, ist aber sehr hilfreich!

In der Zwischenzeit könnt ihr weitere nützliche Informationen zum Thema „Changemanagement Plus“ auf unserer Website finden.


Die Kunst, zu verändern … – Wie Du Veränderungen nachhaltig managen kannst

Die Mischung machts

Ihr kennt das doch sicher auch: die regulatorischen Anforderungen nehmen zu und werden immer komplexer. Obendrein kommt noch eine hohe geforderte Anpassungsbereitschaft bei der Digitalisierung dazu. Meine Erfahrung ist, dass dies in Summe für Unsicherheit oder sogar Reaktanz bei den betroffenen Mitarbeiter*innen sorgt. Aber wie könnt Ihr Eurer Vorhaben nachhaltig umsetzen? Genau darauf haben meinen Kollegen*innen und ich eine Antwort: Wir erweitern das Projektmanagement um bewährte Changemanagement-Methoden in Kombination mit wirtschaftspsychologischen Tools. Und was das bedeutet, möchte ich Euch in diesem Beitrag kurz vorstellen.

Der Mensch als tragende Rolle

Im täglichen Projektgeschäft haben wir bei der PPI AG viele Erfahrungen gesammelt. Dabei haben wir erkannt, dass Ihr für eine erfolgreiche Umsetzung eines (Regulatorik-)Projektes (wie z.B. MiFID II) – neben den eigentlichen fachlichen Aspekten – die menschliche Komponente in den Fokus setzen müsst. Konkret kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass gerade von MiFID II nahezu alle Bereiche einer Bank – vom Handel über die Berater bis hin zur Personalabteilung – betroffen waren.
Seitens des Gesetzgebers werden bisherige Arbeitsweisen durchaus in Frage gestellt, sodass Ihr und Eure Kollegen*innen Euch auf eine ganze Reihe von neuen Prozessen und Arbeitsanweisungen einstellen müsst. Dabei kommt es vielmehr grundlegend auf Begeisterung an als darauf, nur von Veränderungen überzeugt zu werden!

Als „alt“ mach „neu“ mit Teamgeist

Während die klassischen Changemanagement-Methoden (u.a. Lewin, Kotter) durch ihren rein prozessorientierten Ansatz in Zeiten von zunehmendem Individualismus an ihre Grenzen stoßen, sorgen Konzepte, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, meiner Erfahrung nach für größeres Commitment bei Veränderungen. 

Ihr werdet tagtäglich immer wieder mit Machtspielen, Reibereien und Widerständen zwischen Abteilungen und einzelnen Mitarbeiter*innen konfrontiert. Dieselben Erlebnisse haben wir auch gemacht. Dies führte dazu, dass wir uns im Team näher mit den klassischen Methoden und Modellen des „Changemanagement“ beschäftigen. Und genauso vielfältig wie unsere Teammitglieder, ist auch unsere langjährige Projekterfahrung. Genau das nutzen wir zum Vorteil und haben dies um wesentliche Erkenntnisse aus der Wirtschaftspsychologie ergänzt. Wir haben verschiedene Methoden und Modelle genauer beleuchtet und analysieren diese auf ihre Tauglichkeit für das tägliche Projektgeschehen. Was wir daraus gelernt haben und wie Ihr davon profitieren könnt, wollen wir Euch in unseren nächsten drei Blog-Beiträgen vermitteln.

So viel vorweg: Grundsätzlich gilt nicht „viel hilft viel“ – sondern ganz im Gegenteil – die in Frage kommenden und für Euer tägliches Projektgeschäft angepassten Methoden und Modelle müssen jeweils gezielt ausgesucht bzw. angewendet werden.

Bleibt motiviert und hinterlasst gerne Kommentare, Anregungen oder Fragen

Sonnige Grüße
Tina

D wie DORA

A wie Anton,

B wie Berta,

C wie Cäsar,

D wie Dora?

Wir kennen alle die Buchstabiertafel. In einem Artikel habe ich gelesen, dass es Bestrebungen gibt, die Personennamen durch deutsche Städtenamen zu ersetzen. Aus Dora soll Düsseldorf werden. Ob sich das allerdings praktisch durchsetzen würde – fraglich.

Beim Management von Risiken im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT-Risiken) wird uns DORA hingegen noch lange beschäftigen. Es handelt sich bei DORA nämlich um den Digital Operational Resilience Act (Verordnung zur Stärkung der digitalen operativen Resilienz). Als Teil der Strategie zur Digitalisierung des Finanzsektors - neben DORA gibt es weitere Verordnungen zu Kryptowerten und zum Massenzahlungsverkehr – soll der EU-Finanzsektor digitaler, einheitlicher, sicherer und verbraucherfreundlicher gestaltet werden.

Der Status Quo

Aktuell ist der EU-Finanzsektor von vielen uneinheitlichen Regelungen geprägt. So gibt es beispielsweise in Deutschland die BAIT für den Bankensektor und gleichzeitig die VAIT für Versicherungen. Auch über Ländergrenzen hinweg bestehen uneinheitliche Regularien. Zudem sind Vorschriften in den vergangenen zehn Jahren zu unterschiedlichen Zeitpunkten erarbeitet worden und behandeln IKT-Risiken dabei häufig nur mit untergeordneter Priorität. Als Konsequenz sind die Anforderungen an den Finanzsektor zur Eindämmung von IKT-Risiken fragmentiert und inkohärent und vor allem international tätige Banken bzw. Finanzdienstleister leiden unter uneinheitlicher Regulatorik. 

Möglicherweise arbeiten Sie selbst in der Banksteuerung und kennen die Probleme, die sich daraus ergeben. Rechtsunklarheiten, komplexe Regulierung, hoher administrativer Aufwand und damit hohe finanzielle Kosten sind nur ein Teil der Schwierigkeiten.
Hier schafft DORA durch eine einheitliche, EU-weite Regelung zur Abwehr von IKT-Risiken Abhilfe.

Worum geht es in DORA?

In DORA werden verschiedene Themenbereiche behandelt, von denen ich vier näher vorstellen möchte.

Von der Governance wird gefordert, dass notwendige Mittel für die Cybersicherheit bereitgestellt werden und dass es klare Verantwortlichkeiten inklusive einer Rollen- und Rechtevergabe gibt. Zum IAM hat mein Kollege Andreas Bruckner bereits einen Blog-Eintrag geschrieben. Schauen Sie doch dort auch einmal vorbei (https://www.banking-experts.blog/2021/04/von-der-pflicht-zur-kur-so-nutzen-sie.html). Für die Einhaltung der IKT-Richtlinien ist zudem die Geschäftsleitung verantwortlich.


Die Anforderungen an das IKT-Risikomanagement beziehen sich auf spezifische Fähigkeiten und Funktionen, die Finanzunternehmen zukünftig erreichen beziehungsweise erfüllen müssen. Dazu zählen beispielsweise die Identifizierung von Bedrohungen, Angriffsprävention, Aufdeckung von Schwachstellen oder auch Wiederherstellungspläne. Verpflichtend ist hierbei die Verwendung von international anerkannten technischen Normen zur Prävention von IKT-Risiken.

Digitale operationelle Belastbarkeitstests zielen darauf ab, IKT-Systeme regelmäßig auf die Präventions-, Erkennungs-, Reaktions- und Wiederherstellungsfähigkeiten zu testen, um potenzielle IKT-Schwachstellen aufzudecken und zu beheben. Als mögliche Testarten listet DORA unter anderem Gap-Analysen, Quellcodeprüfungen, szenariobasierte Tests, End-to-End-Tests oder bedrohungsorientierte Penetrationstests auf. Insbesondere bei den Penetrationstests ist zudem besonders auf die Eignung der Prüfer zu achten.

Ein besonderes Augenmerk legt DORA auf das IKT-Drittrisiko. In der IKT-Strategie von Finanzunternehmen spielt die Auslagerung von digitalen Funktionen eine wichtige Rolle. Dadurch können diese sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Funktionieren können Auslagerungen aber nur, wenn die Institute die Risiken weiterhin unter Kontrolle behalten. DORA hilft, prinzipienbasierte Regeln festzulegen, an denen sich Finanzinstitute bei der Überwachung von Risiken im Zusammenhang mit der Auslagerung von IKT-Dienstleistungen orientieren können und gibt z.B. Mindestanforderungen an die Vertragsgestaltung vor.

Mein Fazit

DORA wird meiner Meinung nach ein wichtiger Baustein zur Vereinheitlichung des EU-Finanzsektors sein und damit der weiteren Europäisierung im Finanzwesen dienen. Ich finde es gut, wenn in jedem EU-Land einheitliche Bedingungen gelten und jeder Wettbewerber den gleichen Regeln unterliegt. Die EU wächst erfreulicherweise immer weiter zusammen und auch der Finanzsektor soll diese bereits begonnene Entwicklung weiter gehen.

Ihre Meinung zu DORA interessiert mich ebenfalls. Was halten Sie von der Vereinheitlichung der Anforderungen an das IKT-Risikomanagement im Finanzsektor? Lassen Sie es mich gerne in den Kommentaren wissen.


Viele Grüße


Sebastian Nagel

RegTech News! 15. RegTech-Beitrag "Compliance im digitalen Krypto-Wandel" ist jetzt online

Liebe Leserinnen und Leser, 

RegTech ist im Dialog mit Finanzinstituten nicht mehr wegzudenken. Aber wofür steht der Begriff, was bedeutet er in der Praxis, welche Anwendungsfälle bestehen im Compliance-Umfeld, wie fügt sich RPA in den Themenkomplex ein?

All diese Fragen behandeln wir seit längerem in einer Reg-Tech Beitragsserie. Natürlich wollen wir Ihnen unseren Blog-Lesern diese Beiträge nicht vorenthalten!

Deshalb erhalten Sie ab sofort zu jedem neuen RegTech Beitrag News auf diesem Blog und heute geht es weiter mit dem 15. RegTech Beitrag:

Compliance im digitalen Krypto-Wandel

Die Dynamik des digitalen und regulatorischen Wandels erhöht sich - Compliance befindet sich mitten in einem Transformationsprozess: Ende Juni 2021 trat das eWpG (Gesetz über elektronische Wertpapiere) in Deutschland in Kraft, Ende 2022 soll die EU Verordnung MiCA  (Markets in Crypto Assets) zur Anwendung kommen, im April 2021 hat die EU-Kommission einen ersten Vorschlag für einen Rechtsrahmen zum Thema künstliche Intelligenz („KI-Verordnung“)  vorgelegt und Ende Juni hat die BaFin die erste Erlaubnis  für die neue Finanzdienstleistung des Kryptoverwahrgeschäfts erteilt.

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Alle weiteren Informationen und Leistungen rund um das Thema RegTech erhalten Sie hier.

Viel Spaß beim Lesen
Ihre Sandra Reinhard


PS: Lesen Sie auch unsere anderen Beiträge zum Thema RegTech!